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Offener Brief zur asynchronen Lehre im Seminar „Grundlagen individueller Entwicklungsprozesse“

24. Februar 2022 admin Keine Kommentare

Wir, Studierende der Erziehungs- und Bildungswissenschaft, belegten dieses Semester (Wintersemester 21/22) die für das dritte Fachsemester angesetzte Veranstaltung „Grundlagen individueller Entwicklungsprozesse“. Wir möchten diesen offenen Brief nutzen, um konstruktive Kritik an der Seminarkonzeption zu üben. Die Grundlage unserer Kritik ist ein Verständnis von Bildung, die wir uns in den ersten Semestern des Studiums angeeignet haben. Dieses Bildungsverständnis entspricht dem Leitbild universitärer Lehre der Universität Hamburg sowie den Grundlagen der Erziehungswissenschaft und setzt Austausch, inhaltliche Diskussion und eine kritische Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten für einen nachhaltigen Bildungsprozess voraus. Die Veranstaltung wurde durch die asynchrone Durchführung über Openolat nicht den Ansprüchen eines Seminars als interaktives Lehrformat mit Raum zu Austausch und Diskussion gerecht. Stattdessen entsprach die Veranstaltung einer Ringvorlesung mit unzureichendem Raum für Impulse und Kritik der Studierenden. Die Veranstaltung haben fünf Dozierende untereinander aufgeteilt. Da alle Dozierenden das Seminar zusammen veranstalteten, gab es keine alternativen Angebote mit präsenter, hybrider oder synchroner Vorgehensweise. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine Kooperation, da sich die einzelnen Präsentationen nicht aufeinander bezogen haben und somit kein Raum für eine übergreifende Reflexion gegeben wurde. Es war nicht möglich Kritik oder Fragen direkt an die jeweiligen Referentinnen zu richten, sodass sie ihre Inhalte weder verantworten noch begründen mussten.
Der diskursive und interaktive Charakter eines Seminars ist zentral für die nachhaltige Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten. Der Kontakt zwischen den Studierenden gehört zu unserem Verständnis von universitärer Bildung. Der notwendige Input der Mitstudierenden, um sich nachhaltig und kritisch mit den Thematiken zu beschäftigen, fehlte in dieser Veranstaltung jedoch größtenteils.
Die drei angebotenen synchronen Sitzungen, die der Idee des Austauschs näherkamen, wurden nicht genug ausgebaut. Ausgefallene synchrone Termine wurden nicht nachgeholt und nur wenige Studierende nahmen an den Sitzungen teil. Die unregelmäßige Teilnahme lag nicht an fehlendem Interesse der Studierenden an gemeinsamen Sitzungen, sondern an der Struktur der gesamten Veranstaltung. Durch das asynchrone Format bestand die Teilnahme des Seminars hauptsächlich aus passivem Konsum der Lehrinhalte, was die Rolle der Studierenden als Konsument*innen definierte, die wiederum eine aktive Teilnahme an den wenigen synchronen Sitzungen ausschließt.
Zudem wird durch diese Form der Lehre eine Hierarchie zwischen Lehrenden und Studierenden hergestellt, die keine gemeinsame Seminargestaltung ermöglicht. Diese Hierarchie wird verstärkt, indem die Teilnehmenden stark individualisiert werden und sich nicht als studentische Gemeinschaft verstehen, da die Inhalte auf eine individuelle Erarbeitung ausgelegt wurden.
Die Inhalte der Veranstaltung entsprechen nicht unserem Anspruch an ein universitäres Seminar. So wurde in insgesamt zehn Sitzungen auf YouTube-Videos (Quarks) und Ted Talks zurückgegriffen, wobei diese oftmals nicht ergänzend zur Seminarsitzung eingesetzt wurden, sondern einen Großteil dieser ausgemacht haben. Die vorgestellten Inhalte lehnen zum Teil sehr eng an dem empfohlenen Lehrbuch, sodass der Eindruck entsteht, dass das Anschauen einiger Präsentationen keinen eindeutigen Mehrwert bietet. Kontroverse Inhalte und Positionen wurden nicht als solche dargestellt oder kritisch eingeordnet. Entsprechend dem Anspruch der Wissenschaftlichkeit fehlte häufig die Darstellung des wissenschaftlichen Diskurses. Hier wird die Notwendigkeit der Möglichkeit zur Diskussion deutlich, damit die vorgestellten Erklärungsansätze und Modelle nicht alternativlos wirken.
Abschließend möchten wir darauf hinweisen, dass wir die Bearbeitung des Portfolios als nicht ausreichend für eine tiefere Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten ansehen. Das Format müsste für eine kritische Auseinandersetzung mit den Themen deutlich offener sein und keine geschlossenen Fragen beinhalten, die rein auf die Reproduktion von Inhalten zielen. Aufgrund des derzeitigen Formats stellt sich uns die Frage, ob das Portfolio lediglich zur Abfrage dient, ob die Präsentationen angeschaut wurden. Die Aufgaben waren darauf ausgelegt, die Fragen allein zu beantworten statt Inhalte gemeinsam zu erarbeiten und zu diskutieren, wodurch die Studierenden noch weiter individualisiert wurden. Uns wurde aktiv der Eindruck vermittelt, dass der Fokus der Veranstaltung auf dem Bestehen des Portfolios liegt, welches ohne gemeinsame Aushandlung als Studienleistung festgelegt wurde. Universitäre Lehre sollte sich jedoch nicht um das Bestehen von Studienleistungen drehen, sondern um den Bildungsprozess der Studierenden im Sinne des Leitbilds universitärer Lehre der Universität Hamburg:
„Das schließt die Aufgabe ein, alle Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass die Studierenden hohe wissenschaftliche Kompetenz erwerben, ihre Fähigkeiten selbsttätig entfalten und sich als mündige Mitglieder der Gesellschaft weiterentwickeln können, die bereit und in der Lage sind, an deren sozial und ökologisch nachhaltiger, demokratischer und friedlicher Gestaltung maßgeblich mitzuwirken und für ihre Zukunftsfähigkeit Verantwortung zu übernehmen.“ (https://www.uni-hamburg.de/uhh/profil/leitbild/lehre.html)
Aus den oben genannten Gründen fordern wir, dass in Zukunft keine asynchrone Lehre in unseren Lehrveranstaltungen stattfindet und Seminare nicht als (Ring-)Vorlesungen abgehalten werden. Studienleistungen müssen gemeinsam im Seminar ausgehandelt werden, um Studierenden zu ermöglichen, ein passendes Format für den eigenen Bildungsprozess zu finden. Wir wünschen uns, dass wir durch diesen Brief den Austausch zwischen Studierenden und Lehrenden anregen, um die Frage zu klären, welches Bildungsverständnis wir an dieser Fakultät der Erziehungswissenschaft haben und wie wir dieses in Lehrveranstaltungen gemeinsam umsetzen können.
In Erwartung einer gemeinsamen Weiterentwicklung,
Lena Krethlow
Luisa Paul
Josefine Teicke
Antonia Walberg
Sophia Gumpert
Luise Liebald
Felix Wendeburg
Tina Bahr
Ertuğrul Akkaya
Kristina Mücke
Rossio Tecedeiro
Jan Mozdzanowski
Letizia Steinort
Helene Fuchs
Michelle Kröger
Emelie Kölker
Jule Caesar
Jasmin Hakobjan
András-Peter Liedtke
Lorena Graf
Lina Hummel
Delia Fleckenstein
Philip Rudolph
Hendrik Müller
Franziska Quast
Mariel Seitz
Sandra Scibisz
Jona Farnow
Helen Vogel
Isabell Rehder
Noah Horn
Anne Watzek
Zoe Sostmann
Alexander Henzler
Svenja Horn
Isabel Lorenz
Annina Bach

KULTUR ERÖFFNET!

10. Oktober 2021 admin Keine Kommentare

Liebe Kommiliton*innen, liebe Kolleg*innen,

es ist so weit: Kultur eröffnet! Wir möchten euch herzlich vom 11.-15.10.21 auf den Campus einladen!

Wir wollen die Universität zu einem Ort der engagierten und weltzugewandten Auseinandersetzung, der überraschenden und verändernden Begegnungen und der offenen und mutigen Infragestellung von Selbstverständlichkeiten machen. Mit der Kulturwoche, mit Tanz, Film, Musik und Theater wollen wir alle anregen, diese Möglichkeiten neu bewusst wahrzunehmen.

Dafür sind täglich ab 14 Uhr ein Bühnenprogramm auf dem Campus zwischen WiWi-Bunker und Philosophenturm und ein Abendprogramm im Audimax geplant. Das vollständige Programm findet ihr im Anhang und in Kürze auf der Website www.uni-hamburg.de/kulturwoche.

Nutzt den Website-Link gerne, um in FSRen, OE-Gruppen und in allen weiteren Kreisen zur Kulturwoche einzuladen! Im Anhang findet ihr auch das Plakatmotiv als Bilddatei zum Teilen in den digitalen Netzwerken.

Außerdem brauchen wir noch viele Helfer*innen, die sich am Gelingen der Kulturwoche beteiligen und Schichten zum Einlass, Auf- und Abbau, Erste-Hilfe-Verantwortung etc. übernehmen. Meldet euch gerne bei uns, wenn ihr mittun wollt.

Wir freuen uns auf eine gemeinsame Kulturwoche und den Start in eine neue Präsenz!

Versammlung zur Uni-Öffnung

27. August 2021 admin Keine Kommentare

„Glücklich, daß die Wissenschaften wie alles, was ein echtes reines Fundament hat, ebenso viel durch Streit als durch Einigkeit, ja oft mehr gewinnen! Aber auch der Streit ist Gemeinschaft, nicht Einsamkeit, und so werden wir selbst durch den Gegensatz hier auf den rechten Weg geführt. Wir verdanken daher dem Bücherdruck und der Freiheit desselben undenkbares Gute und einen unübersehbaren Nutzen; aber noch einen schönen Nutzen, der zugleich mit der größten Zufriedenheit verknüpft ist, danken wir dem lebendigen Umgang mit unterrichteten Menschen und der Freimütigkeit dieses Umgangs.“

(Johann Wolfgang v. Goethe, aus der Rede bei Eröffnung der „Freitagsgesellschaft“, 9.9.1791, zitiert in der FAZ am 28.8.2020 unter „Vorm Semester“.)

Liebe Kommiliton*innen, liebe Kolleg*innen,

Bildung, kulturelle Emanzipation und wissenschaftliche Kontroverse sind von zentraler Bedeutung für die Entwicklung hin zu einer zivilen, sozial gerechten, kulturell reichhaltigen Weltgemeinschaft. Nach drei Semestern beispiellosen Hochschul-Lockdowns wollen wir eine vorwärtsweisende Uni-Öffnung und eine neue Kultur des produktiven Streits und der solidarischen Bezugnahme realisieren und damit die Verantwortung für diese Entwicklung neu bewusst wahrnehmen. Diese gemeinsame Herausforderung gelingt durch hochschulöffentliche Debatte und Verständigung.

Wir laden Sie/euch daher zu einer mitgliedergruppenübergreifenden Versammlung zur Uni-Öffnung am Donnerstag, den 02.09. von 16 bis 18 Uhr im Anna-Siemsen-Hörsaal, Von-Melle-Park 8, ein.

Geplant sind die Uraufführung einer kurzen satirischen Performance zur Verarbeitung der Online-Seminare und zwei kurze Inputs zur Motivation für Präsenzlehre und zur Einschätzung der politischen Kontroverse um die Frage der Uni-Öffnung von Lehrenden und Studierenden der Uni Hamburg. Im Anschluss wollen wir diskutieren, wie wir einen perspektivreichen Übergang zur Präsenzlehre gestalten und dadurch neue Maßstäbe für eine positive gesellschaftliche Entwicklung bilden. Ab 18 Uhr ist ein gemeinsamer Ausklang bei Snacks, Getränken und Musik geplant, bei dem es die Möglichkeit geben wird, sich im informellen Rahmen über das kommende Semester und weitere Aktivitäten auszutauschen. Für das Catering ist das Studierendenwerk angefragt.

Zur besseren Planung wird um eine kurze Anmeldung an kontakt@offene-hochschulen-hamburg.de gebeten.

Wir freuen uns auf eine produktive Diskussion!

Viele Grüße,

Aktive aus dem Zusammenschluss „Offene Hochschulen Hamburg“

Neue Sprechzeiten

23. August 2021 admin Keine Kommentare

Ab sofort findet die offene FSR-Sprechstunde wieder in Präsenz, und zwar montags von 16 – 18Uhr, im FSR-Raum (VMP8, Erdgeschoss) statt.

Kommt gerne einfach vorbei und schreibt uns am besten eine Mail, damit wir schon mal Bescheid wissen.

Infoveranstaltung Finanzlage und Studentische Vollversammlung in Präsenz

06. Juni 2021 admin Keine Kommentare

Am Mittwoch, den 9.6.2021, findet von 14:00-15:00 Uhr eine Informationsveranstaltung zur Finanzlage der Fakultät Erziehungswissenschaft statt.
Die Fachschaftsräte Erziehungswissenschaft und Lehramt organisieren eine kollektive Teilnahme auf dem Allende-Platz (gegenüber vom Pferdestall und dem Abaton) im Rahmen einer angemeldeten Versammlung unter freiem Himmel.
Im Anschluss daran wollen wir das Gehörte auf einer studentischen Vollversammlung ab 15 Uhr (ebenfalls auf dem Allende-Platz) gemeinsam beraten. Ihr seid ihr herzlich eingeladen!

Die Auseinandersetzung aller Mitglieder der Fakultät mit der aktuellen Finanzierungssituation ist insbesondere nötig vor dem Hintergrund der „Zukunftsverträge“, die die Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke (BWFGB) jüngst mit den Hamburger Hochschulleitungen ausgehandelt hat. Mit den „Zukunftsverträgen“ wird bis zum Jahr 2027 ein neues strukturelles Defizit der Hamburger Hochschulen von jährlich über 47 Mio. Euro und damit über 10 % des Gesamtetats aufgebaut werden. Dies ist nicht akzeptabel. Dies betrifft die Fakultät für Erziehungswissenschaft mit der Einführung der reformierten Lehramtsstudiengänge und der damit einhergehenden Stärkung der Inklusion sowie einer verbesserten Betreuungsrelation in besonderem Maße.

Die Corona-Krise hat nocheinmal mehr gezeigt, wie wichtig eine gesellschaftlich-eingreifende, inklusive Bildung und Wissenschaft ist, die sowohl eine bedarfsgerechte Finanzierung als auch offene Hochschulen benötigt. In der Vollversammlung wollen wir daher Konsequenzen aus dieser Entwicklung für die Lehre und die Wissenschaft ziehen und diskutieren, wie wir zu einer bedarfsgerechten Finanzierung kommen.

#stopthecuts

04. Juni 2021 admin Keine Kommentare

Wir rufen mit auf zur Demonstration STOP THE CUTS – Mehr statt weniger!
Kommt am Samstag, den 05.06.21 dazu. Es wird Redebeiträge aus den verschiedenen Fachbereichen geben. Auch wir sind mit einem Redebeitrag mit dabei und freuen uns Euch dort zu sehen!

Soziale Bildung braucht soziales Miteinander – Für die Öffnung der Bildungseinrichtungen!

16. April 2021 admin Keine Kommentare

Wir beziehen uns auf den Offenen Brief für die Öffnung aller Hamburger Hochschulen in geschützter Präsenz, bekräftigen die folgenden Kernforderungen und fordern Sie/die Fakultät auf, die Umsetzung voranzutreiben. 

1) Präsenzlehre im Sommersemester muss ermöglicht werden.
2) Orientierungseinheiten müssen in Präsenz stattfinden dürfen.
3) Bibliotheken und Lernräume müssen sofort geöffnet werden.
4) Arbeitsinfrastruktur und soziale Infrastruktur müssen bereitgestellt werden.
5) Gremien müssen in Präsenz tagen können, Fachschaftsratsbüros sind zu öffnen.

Außerdem fordern wir Sie/die Fakultät auf die Hygienekonzepte transparent zu machen.
Darüber hinaus wollen wir aus erziehungswissenschaftlicher Perspektive Folgendes ergänzen, Stellung beziehen, fordern:

Für die Universitätsöffnung bezogen auf die Fakultät für Erziehungswissenschaft

Geschützte Präsenzlehre, kulturelle Veranstaltungen und Campuskultur sind für den sozialen Austausch und damit auch für soziales Lernen notwendig. Aus diesem Grund müssen wir die Universität wieder kulturell beleben können. 
Wir Studierende haben eine besondere Rolle als nonkonforme Initiator:innen gesellschaftlichen Fortschritts. Dieser Aufgabe können wir nur gemeinsam, im Austausch und vor Ort gerecht werden.
Schon vor dem digitalen Studium haben Leistungspunkte-Gehechel und Individualisierung für Konkurrenz gesorgt und damit kooperative Lehr-Lern-Verhältnisse erschwert. Dieser Trend, verursacht durch Misstrauen und Kontrolle, wird durch die gesteigerten Leistungsanforderungen seit dem letzten Sommersemester verstärkt. Sozialer Austausch und Begegnung in Präsenz sind unabdingbar, damit sich ein gemeinsames Interesse entwickeln kann. Dies schließt sowohl Studierende als auch Lehrende mit ein. 

Die Erziehungswissenschaft spielt eine wichtige Rolle für die Erarbeitung von wissenschaftlichen Lösungen für gesellschaftliche Probleme sowie die Realisierung einer umfassenden Gesundheit für Alle. Unsere Fakultät muss die derzeitigen Herausforderungen der sozialen Einrichtungen wissenschaftlich untersuchen, begleiten und Bedingungen für gutes pädagogisches Arbeiten erstreiten. Auf diesem Weg kann und soll erziehungswissenschaftliches Arbeiten zur Persönlichkeitsbildung und kooperativer Entwicklung von aufgeklärten und mündigen Personen in Bildungseinrichtungen beitragen.

Um das zu ermöglichen, müssen gesellschaftlich relevante Themen zum Inhalt der Lehrveranstaltungen gemacht werden, d.h. auch die gesteigerte soziale Ungleichheit, die psychischen und gesellschaftlichen Folgen der Lockdown-Maßnahmen müssen erziehungswissenschaftlich aufgearbeitet und vor allem kritisch diskutiert werden, um so zur Bewältigung dieser Probleme beizutragen. 

Es muss dafür möglich sein, sich zu den Inhalten von Lehrveranstaltungen kritisch zu verhalten und entsprechend des forschenden Lernens aktiver Teil der wissenschaftlichen Auseinandersetzung zu werden. Dieser Diskurs wirkt sich im Sinne der Einheit von Forschung und Lehre direkt auf die Forschung aus. Er kann Initiator und Inspiration für neue Prozesse und Projekte sein und gleichzeitig kritische Instanz bereits entwickelter Thesen. Um sich eine solche Praxis des sozialen und forschenden Lernens anzueignen, brauchen wir Präsenz!

Für die Öffnung der Bildungseinrichtungen

Der Umgang mit der Covid19-Pandemie verschärft die soziale Ungleichheit insbesondere für Kinder und Jugendliche stark. Besonders betroffen sind dabei Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Verhältnissen.
Durch die Schließung der Bildungseinrichtungen und die damit einhergehende Isolierung fehlt der soziale Raum der Schule und der Jugendarbeit, was zu Einsamkeit und Ängsten führt sowie eine mangelnde Versorgung und Entwicklungsmöglichkeiten hervorruft. 
Das ist hinreichend belegt durch UNICEF, COPSY, Barmer-Arztreport, DJI München, usw.

Die Funktion von Wissenschaft ist, das Bekannte in Frage zu stellen und eine neue Praxis zu schaffen. Mit der Orientierung an den Sustainable Development Goals hat die Universität die Möglichkeit und Verpflichtung, zu einer Verbesserung der Lebensqualität beizutragen. 

Wir fordern die gemeinsame Öffnung aller Bildungseinrichtungen mit entsprechenden Hygienekonzepten und der Möglichkeit für digitale Teilnahme. Es darf dabei keine Konkurrenz mehr zwischen den öffentlichen Einrichtungen entstehen. Die bereits vollzogenen sowie die anstehenden Öffnungsschritte der Bildungseinrichtungen müssen durch unsere Fakultät wissenschaftlich begleitet werden. Ein besonderer Schwerpunkt muss dabei auf der Ermöglichung der Inklusion Aller liegen. Denn nur in einer inklusiven Gesellschaft kann nachhaltige Problemlösung und Weiterentwicklung stattfinden. Nur eine Öffnung der Bildungseinrichtungen ermöglicht die Bildung zu weltoffenen, sozial-verantwortlichen sowie mündigen Personen.

Offener Brief für die Öffnung aller Hamburger Hochschulen in geschützter Präsenz

09. April 2021 admin Keine Kommentare


An die Hochschulleitungen der Hamburger Hochschulen,
An die Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke,

Als Fachschaftsräte und Studierende verschiedener Hamburger Hochschulen, als aktiver Teil der studentischen Selbstverwaltung und Mitglieder der Hochschulen fordern wir den Übergang zu geschützter Präsenzlehre im Sommersemester 2021. Als wissenschaftliche Einrichtungen tragen Hochschulen die Verantwortung, ihre Forschung und Lehre im Sinne des Allgemeinwohls auszurichten. Dazu gehört die (Aus-)Bildung mündiger Persönlichkeiten, die kritische Reflexion von gesellschaftlichen Missständen, sowie die Entwicklung konstruktiver Lösungsansätze – gerade in Krisenzeiten. Um zur Verwirklichung dieser Ziele beizutragen, sind sie demokratisch verfasst und brauchen adäquate Bedingungen wie den aktiven Austausch zwischen allen Mitgliedern der Hochschule.
Zentrale Voraussetzungen für psychische und physische Gesundheit im Weltmaßstab sind der Zugang zu einer umfassenden Gesundheitsversorgung und gesunder Nahrung, soziale Sicherheit, angemessene Wohnverhältnisse, Zugang zu Kultur, Bildung und demokratischer Mitgestaltung und der produktive Austausch mit anderen Menschen. Voraussetzungen, die gesellschaftlich hergestellt werden müssen. Als Hochschulen ist es unsere Aufgabe, dazu beizutragen, dass wir als Menschheit einen Schritt vorankommen bei der Bekämpfung von Krankheiten und der Realisierung der Menschenrechte. Keine Aufgabe ist zu groß, als dass sie nicht durch kollektives Engagement gelöst werden kann. Die fortgesetzte Schließung der Hochschulen bremst.

Wir möchten in diesem Zusammenhang exemplarisch an die Leitbilder für Lehre erinnern, die sich die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und die Universität Hamburg gegeben haben:
„Von der Universitätsleitung wird erwartet, dass sie die Rahmenbedingungen für gute Lehre mit dem Ziel sicherstellt, […] die Universität für alle Menschen als einen Ort lebenslangen Lernens zu erhalten und weiter zu entwickeln“ (aus dem Leitbild universitärer Lehre der Universität Hamburg)
„Wir leben eine demokratische und friedliche Kultur, in der wissenschaftliche Kritik, ethische Reflexion sowie der gesellschaftspolitische Bezug die Themen und Prozesse akademischen Lernens durchdringen. Unsere Hochschule ist ein Ort, an dem sich Menschen mit ihren unterschiedlichen Perspektiven offen begegnen“ (aus dem Leitbild für Bildung, Studium und Lehre der Hochschule für Angewandte Wissenschaften)

Die entsprechenden Hygienekonzepte für die Wiedereröffnung der Hochschulen liegen seit vielen Monaten vor, sind teilweise erprobt und können um Schnelltests und um den Einbau von leistungsfähigen Luftreinigungsanlagen ergänzt werden. Eine Verlängerung der Schließung der Hochschulen ist vor diesem Hintergrund unverantwortlich und schlichtweg schädlich.
Die Möglichkeiten für geschützte Präsenz im Sommersemester 2021 müssen sorgfältig genutzt und ausgebaut werden. Wir fordern Sie daher auf, einheitliche Standards für die Hamburger Hochschulen zu schaffen und umzusetzen:

1) Präsenzlehre im Sommersemester muss ermöglicht werden.
Für studiengangrelevante Lehrformate müssen Präsenzveranstaltungen mit Hybrid-Optionen angeboten werden. Dazu zählen Labore in den Naturwissenschaften und technischen Studiengängen, genauso wie Seminare in den Sozial-, Geistes-, Kulturwissenschaften. Für die Umsetzung in Präsenz- und Hybridformaten sollten kreative Lösungen erarbeitet werden.

2) Orientierungseinheiten müssen in Präsenz stattfinden dürfen.
Eine angemessene Orientierung an der Hochschule, im Studiengang und unter den Kommiliton*innen gelingt nur in Präsenz. Die Durchführung von Orientierungseinheiten in geschützter Präsenz muss ermöglicht und unterstützt werden.

3) Bibliotheken und Lernräume müssen sofort geöffnet werden.
Der Zugang zu Literatur und angenehme räumliche Arbeits- und Lernbedingungen sind zentrale Voraussetzungen für ein Hochschulstudium. Der Zugang zu Bibliotheken und Gebäuden mit entsprechenden Einzel- und Gruppenarbeitsräumen ist zu den regulären Öffnungszeiten der Gebäude zu gewährleisten.

4) Arbeitsinfrastruktur und soziale Infrastruktur müssen bereitgestellt werden.
Angemessene räumliche und technische Bedingungen für ein sinnvolles Studium können nicht vorausgesetzt werden. Geöffnete Mensen, der Campus als Ort der Begegnung, öffentliche Computerarbeitsplätze und Druck- und Kopiermöglichkeiten sind ebenso notwendige Bedingungen für ein inklusives und produktives Studium wie der Zugang zu den entsprechenden Lernplattformen.

5) Gremien müssen in Präsenz tagen können, Fachschaftsratsbüros sind zu öffnen.
Die Arbeit in den Gremien der akademischen und studentischen Selbstverwaltung, wie beispielsweise in den Fachschaftsräten ist das konstitutive Element der demokratischen Hochschulorganisation. Dort werden die Belange der Mitglieder der Universität diskutiert und vertreten. Sie müssen in Präsenz stattfinden können, da nur so ein konstruktiver Austausch möglich ist.

Bei der Gestaltung der Öffnung der Hochschulen wollen wir gerne durch unsere Gremienarbeit mitwirken, wir fordern Sie ebenfalls dazu auf. Um gemeinsam zu beraten und zu diskutieren, wie wir unserer Verantwortung als Hochschulen in dieser Zeit gerecht werden können bitten wir Sie um ein zeitnahes Gespräch.

Mit freundlichen Grüßen,
Fachschaftsrat Erziehungswissenschaft (UHH)
Fachschaftsrat Lehramt (UHH)
Fachschaftsrat Soziale Arbeit (HAW)
Fachschaftsrat Sozialwissenschaften (UHH)
Fachschaftsrat Sozialökonomie (UHH)
Fachschaftsrat des Hochschulübergreifenden Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen (HWI)

Einladung zur studentischen Vollversammlung am 26.03.21

22. März 2021 admin Keine Kommentare


Wir laden euch herzlich zur studentischen Vollversammlung am 26.03.2020 um 14 Uhr ein.

Die Bildungseinrichtungen der Stadt sind entscheidende Orte für die Entwicklung eingreifender Persönlichkeiten im Sinne einer demokratischen und inklusiven Gesellschaft – das gilt für Schulen, Kindergärten und Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Insbesondere gilt es für die Universität, die im besten Falle als Ort anregender und erfreulicher Begegnungen ein wichtiger Faktor gesellschaftlicher Veränderung zum Besseren ist.

Wir wollen vor allem diskutieren, wie wir für das kommende Sommersemester möglichst viel Präsenzlehre, die Nutzung von Arbeitsräumen am Campus einschließlich der Bibliotheken sowie die Öffnung der Mensen durchsetzen. Die Anmietung weiterer Räume, die Anschaffung von Lüftungsanlagen sowie der Einsatz von Schnelltests ermöglichen eine sofortige Wiederbelebung des Campus. So setzen wir auch Maßstäbe für die dringend notwendige Öffnung und Weiterentwicklung aller Bildungseinrichtungen.

Über diesen Zoom-Link könnt ihr euch online dazuschalten: https://uni-hamburg.zoom.us/j/92137137162?pwd=ZXJaVllvUEc4WDFWVU9CR1N1YTVpUT09
Meeting-ID: 921 3713 7162; Kenncode: 90086847

Bei Rückfragen oder wenn Ihr in Präsenz teilnehmen wollt, erreicht ihr uns per E-Mail unter fsr-erzwiss@gmx.de oder fsr.lehramt.uhh@gmx.de.



Neue Sprechstunden

05. Februar 2021 admin Keine Kommentare

Im Fachschaftsrat können wir uns als Studierende der Erziehungswissenschaft austauschen, von aktuellen Problemen berichten, gemeinsam dazu beraten und uns für eine gute Entwicklung zusammentun, Lösungen erwirken. Auch aktuell sind wir, trotz noch einmal zusätzlich-erschwerten Bedingungen oder auch gerade zur Veränderung dieser, weiterhin aktiv.

Ab sofort finden deshalb wieder regelmäßig offene, digitale Sprechstunden statt.

Welche (akuten) Probleme gibt es, was muss sich ändern, was ist besonders gut, das sich an der Uni verbreiten muss, was können wir dafür tun, etc. Meldet Euch bei uns mit Euren Anliegen.
Ihr könnt auch vorbeischauen, wenn ihr z.B. mehr darüber erfahren wollt, was wir als FSR gerade machen oder vorhaben (z.B. Studien-/Prüfungsreform), wie man sich uns und unseren Aktivitäten anschließen kann oder um zu beraten, wie die Uni eigentlich viel mehr sein sollte (z.B. Prozess der gemeinsamen Erkenntnissuche und der gesellschaftlichen Veränderung statt Prüfungsmarathon).

„Kommt“ einfach vorbei!

Folgende regemäßige Termine könnt ihr wahrnehmen:
Montag: 16-18 Uhr
Dienstag: 14-16 Uhr
Mittwoch: 10-12 Uhr

über folgenden Link:
https://uni-hamburg.zoom.us/j/94964142318?

Das Passwort können wir hier nicht veröffentlichen. Schreibt uns deswegen bitte eine Mail mit dem Betreff „Passwort“ an fsr-erzwiss@gmx.de

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