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Kundgebung und Petitionsübergabe 23.09. um 16 Uhr am Gänsemarkt

19. September 2020 admin Keine Kommentare

Die Petition „Für Präsenz und ein Solidarsemester an den Hamburger Hochschulen“ wurde mittlerweile von über 1500 Menschen durch ihre Unterschrift mit Nachdruck versehen. Mit der Kundgebung am 23.09.2020 um 16 Uhr auf dem Gänsemarkt, sollen die Petition bekräftigt, ihre Forderungen öffentlich argumentiert und die Unterschriften an Vertreter*innen des Hamburgischen Senats und der Hamburgischen Hochschulen übergeben werden. Dazu wollen wir die Forderungen der Petition auf der Kundgebung mit Redebeiträgen aus u. a. medizinischer, sozialer, sozialökonomischer und internationalistischer Perspektive beleuchten und vertiefen. Kommt dazu!

An den Hamburger Hochschulen wird aktuell unterschiedlich weitreichend mit Präsenzlehre im Wintersemester 2020/21 geplant. Zum aktuellen Stand soll aber der Großteil digital stattfinden. Dieser fortgesetzte Lockdown ist unverantwortlich und schädlich. Kritische Wissenschaft und emanzipatorischen Bildung zur perspektivgebenden Bearbeitung der Krise benötigen aufmerksame Präsenz und soziale Grundlage.

Aufgrund des bisherigen Drucks musste die Hamburgische Bürgerschaft Anfang September die Verlängerung der Regelstudienzeit für BAföG-Bezug um ein Semester für alle Studierenden Hamburgs beschließen. Die soziale Not von Studierenden soll jedoch weiterhin durch ein völlig unzureichendes Darlehen nur aufgeschoben, nicht aufgehoben werden. Es kommt auf uns an! Wir lassen uns nicht aufs Sofa vor den Laptop verbannen, sondern nehmen uns die Möglichkeit der öffentlichen Diskussion. Soziale Bildung braucht soziales Miteinander!

Zur Mobilisierung für die Kundgebung findet ihr Flyer und Plakat in digitaler Form sowie Hintergrundinfos unter: fsrk.de/solidarsemester
Gedruckte Exemplare zum Aufhängen und Verteilen bekommt ihr im Raum „Syntagma“ an der Uni Hamburg (Von-Melle-Park 5/Durchgang Fröbelstraße, neben Haspa-Café)
Und hier die facebook-Veranstaltung zum Verbreiten:
www.facebook.com/events/318590096041668

Petition: Für Präsenz und ein Solidarsemester an den Hamburger Hochschulen!

27. Juli 2020 admin Keine Kommentare

Für Präsenz und ein Solidarsemester an den Hamburger Hochschulen!

Das Online-Semester und die gesteigerte soziale Prekarität schränken seit mehreren Monaten Wissenschaft und Bildung mündiger Persönlichkeiten zur menschlichen Gestaltung der Welt erheblich ein. In der Vereinzelung gehalten, ohne Hochschule als Ort der sozialen weltbezogenen Perspektivbildung, soll sich zufrieden gegeben werden mit leichter Milderung der Einschränkungen und individueller Nachsicht bei gesteigertem Selektions- und Konkurrenzdruck in den Massenprüfungen. Das schadet allen. Die Hochschulen werden mit ihrer Arbeit für eine zivile, soziale, demokratische, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft jetzt erst recht gebraucht. Studium, Wissenschaft und Forschung können dafür, wie in den Schulen ohne formale Abstandsregeln, mit erhöhter Aufmerksamkeit Aller füreinander, in Präsenz stattfinden. Soziale Sicherheit ist dafür notwendig und kann geschaffen werden. Geld ist genug da. Es ist die Aufgabe der Hochschulen zu Friedensbildung, solidarischen internationalen Beziehungen, Demokratisierung, einem nachhaltigen Austausch mit der Umwelt und sozialer Gerechtigkeit beizutragen. Wissenschaftliche Erkenntnis braucht kritische persönliche Auseinandersetzung und Bezugnahme. Das gelingt am besten in Präsenz.

Daher fordern wir von Senat und Hochschulleitungen:

1) Soziale Grundlage sichern
Die Einrichtung einer angemessenen sozialen Unterstützung der Studierenden – restriktionsfrei 900 € monatlich als Vollzuschuss. Bislang besteht die Möglichkeit einer Überbrückungshilfe in Höhe von 500 € unter erheblichem bürokratischem Aufwand und zahlreichen Einschränkungen. Das geht an der sozialen Realität vorbei: Der studentische Durchschnittsbedarf beträgt laut Studierendenwerk 900 € monatlich. Wir Studierenden werden, wenn die gemeinsame Überwindung der Krise gelingt, hinterher nicht über größere Überschüsse verfügen. Der Hilfsfonds ist daher als Vollzuschuss einzurichten. Der Staat selber hat die Maßnahmen angeordnet, die nun zu den Verdienstausfällen und sozialen Härten führen. Es ist daher unnötig, dass die Studierenden diese auch noch nachweisen müssen. Der Zuschuss ist daher restriktionsfrei und unbürokratisch zu vergeben.
In diesem Sinne sind auch Gebühren durch Universität und Studierendenwerk zu erlassen: Keine Studierenden dürfen auf Grund des nicht gezahlten Semesterbeitrags zum SoSe 2020 exmatrikuliert werden. Das HVV-Ticket war praktisch nicht nutzbar, dennoch gibt es bisher keine Lösung für Shut-Down-bedingte Härtefälle. Allen Betroffenen ist auch jetzt noch kulant der gezahlte Betrag zurückzuerstatten.

2) Bildung braucht Präsenz
Erkennen Sie an: Digitale Lehre kann das gemeinsame Lernen in Präsenz und gegenseitige Begegnung nicht ersetzen. Es ist in der Hochschuldidaktik wissenschaftlich erkannt und auch unser aller praktische, derzeit intensive Erfahrung: Der Einsatz digitaler Medien kann – vernünftig und gezielt umgesetzt – Erkenntnisprozesse in Präsenzveranstaltungen unterstützen, er kann sie – allemal als Notnagel eingesetzt – nicht ersetzen. Wissenschaftliche Erkenntnis braucht kritische persönliche Auseinandersetzung und Bezugnahme, die nur in Präsenz gelingt. Die Konsequenz muss sein: Alle in diesem Semester erbrachten Studienleistungen müssen ohne Einschränkungen in einem regelhaften Semester wiederholt werden können. Wir alle haben das Recht auf Wissenschaft, Lehre, Studium und Bildung auf höchst möglichem Niveau und haben nicht verdient, mit einer ungenügenden Nachbildung abgespeist zu werden. In diesem Sinne sind alle Anstrengungen dafür zu unternehmen, dass das Wintersemester weitestgehend in Präsenz stattfindet – Seminare und andere Kleingruppenveranstaltungen sind dabei zu priorisieren gegenüber Massenvorlesungen, die ohnehin nicht diskursiv ausgelegt sind.

3) Mensen und Bibliotheken sind Grundlage für Wissenschaft
Die Öffnungszeiten der wissenschaftlichen Bibliotheken sowie der Mensen sind wieder dem Betrieb vor dem Shut-Down anzugleichen. Wissenschaft braucht Bücher und Universitätsmitglieder müssen essen. Studierende und Lehrende benötigen daher ausreichenden Zugang zu den Bibliotheken und Mensen. Hinzu kommt, die meisten Studierenden verfügen nicht über geeignete Arbeitsplätze, um ausschließlich von dort zu lernen, auch hierfür sind Räume wie die Bibliotheken notwendig und die Möglichkeiten müssen dafür ausgeweitet werden (z.B. in den Fachbibliotheken). Weil Bibliotheken, Mensen, etc. bereits jetzt unterfinanziert sind, sind großzügig Mittel bereit zu stellen, die allen entsprechenden Einrichtungen die Einstellung von ausreichend Personal auch unter den gegenwärtigen Bedingungen ermöglichen.

4) Restriktionen abschaffen
Wegen der sozialen Belastungen und der Einschränkungen im Studium kommt es unvermeidlich zu Verzögerungen im Studium. Diese Belastungen werden mit der Aufhebung der Eindämmungsmaßnahmen auch nicht sofort verschwinden und die Lehrveranstaltungsplanung ist häufig jahresweise angelegt. Es sind daher die Fristen im Studium und beim Studierendenwerk, für BAföG und Krankenkassen, bei Ämtern und der Ausländerbehörde, etc. für ein Jahr auszusetzen.
Obwohl es kaum möglich war, sich fachliche Inhalte vernünftig anzueignen, werden im Sommersemester 2020 Prüfungen durchgeführt. Diese erweisen sich damit noch einmal mehr als Mittel der Selektion ohne irgendeinen förderlichen Wert. Durch die mangelnde Zugänglichkeit von Bibliotheken sowie die drastischen Sicherheitsmaßnahmen entsteht zusätzlicher Stress. Viele Studierende melden sich nicht einmal zu Prüfungen an und werden dadurch zu einem Studienabbruch gedrängt. Daher braucht es eine Freischuss-Regelung für alle Prüfungen, was bedeutet, dass Studierende zwar Prüfungen schreiben können, diese jedoch auch nach der Benotung auf eigenen Willen wiederholen können, ohne, dass der Prüfungsversuch aus dem Sommersemester 2020 gezählt wird.


Diese Maßnahmen, die darauf gerichtet sind, die aktuellen Härten zu lindern, sind nur ein Anfang, denn Bildung ist bedeutsam für die positive Entwicklung der Gesellschaft und Geld zu ihrer Finanzierung ist (gerade in einer reichen Stadt wie Hamburg) genug da. Nicht nur braucht es jetzt einen Zuschuss für Studierende, sondern die Universitäten müssen dauerhaft sozial durchlässig werden, wofür es u.a. ein für alle zugängliches BAföG als Vollzuschuss braucht. Nicht nur müssen Lehrveranstaltungen in Präsenz stattfinden, sondern der wissenschaftliche Streit muss überall vertieft und konstruktiv zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen beispielsweise in mehrsemestrigen Projektstudien geführt werden. Nicht nur müssen die alten Öffnungszeiten der Mensen und Bibliotheken wiederhergestellt werden, sondern ausgeweitet. Nicht nur braucht es akut einen zusätzlichen Prüfungsversuch, sondern die konkurrenzschürende Prüfungslast muss dauerhaft drastisch reduziert werden. All dies trägt dazu bei, dass das Studium freudvoller wird und die Universität ihre Aufgaben wahrnehmen kann – unter dem Primat der Wissenschaftlichkeit anstatt des Konkurrenzdrucks.

Dafür streiten Aktive in den Fachschaftsräten, in Uni-Gremien und in stadtweiten Bündnissen. Jede:r kann Teil davon sein!

Und hier ist der Link zur Online-Petition:
https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-praesenz-und-ein-solidarsemester-an-den-hamburger-hochschulen

Aufruf zur Demo am 11.12.2012

06. Dezember 2012 admin Keine Kommentare

Verbesserungen beginnen mit der Beendigung von Verschlechterungen!

„Es geht darum, der derzeitigen Politik den Mythos der Alternativlosigkeit zu nehmen und eine bessere Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen.“ Gemeinsame Resolution der Vollversammlungen an der HAW, Uni Hamburg und Rauhes Haus, Okt./Nov. 2012.

Seit Jahren werden auch in Hamburg – einer der reichsten Städte der Welt – völlig unnötig öffentliche Ausgaben für Soziales, Bildung, Kultur und Gesundheit gekürzt. Das hat schweren Schaden angerichtet. Die aktuelle Haushaltsplanung des Hamburger Senats wird der erforderlichen Umkehr nicht gerecht.

Gewerkschaften, Sozialverbände und verschiedene Einrichtungen begehren zunehmend solidarisch für eine menschenwürdige Entwicklung auf.
Mit der Solidarität wachsen die Ansprüche, auf Grundlage einer zu erkämpfenden Beendigung von Verschlechterungen, den Inhalt der Arbeit erweitert positiv zu bestimmen und zu verwirklichen:
Sozialer Wohnungsbau soll neu aufgenommen werden. „Ein erster Schritt aus der profitorientierten Wohnungspolitik ist die Schaffung eines kommunalen Wohnungsbestandes verbunden mit einer Ausweitung der Mitbestimmung der Mieterinnen und Mieter.“, schreibt das Bündnis „Mietenwahnsinn stoppen“.
Das „Netzwerk offene Kinder und Jugendarbeit (Nokija)“ fordert, dass junge Menschen in Kinder- und Jugendeinrichtungen von gut ausgebildeten und sozial unbedrängten KollegInnen die erforderliche „Wertschätzung erfahren“ und „direkt und unmittelbar an der Ausgestaltung der Aktivitäten beteiligt“ sein sollen. In Schulen soll Inklusion Wirklichkeit werden. In sozial offenen Universitäten sollen „Forschung und Lehre […] zum gestaltenden Eingreifen in die Gesellschaft ermutigen und einer global menschenwürdigen Zivilisation dienen.“, so die Universität Hamburg. Theater, Kleinkunstbühnen u.ä. sollen selber gesellschaftskritische Stücke mit Gegenwartsbezug erarbeiten und aufführen können – die Betriebsräte mehrerer Theater schreiben in einem offenen Brief: „Wir sind der Auffassung, dass in Krisenzeiten wie diesen nicht weniger, sondern mehr Kultur nötig ist.“ Museen und Bücherhallen sollen der Aufklärung der gesamten Bevölkerung dienen.
Jüngst beschlossen: „Die medizinische Fakultät [der Universität Hamburg] will als universitäre Einrichtung zur größtmöglichen Förderung der medizinischen Wissenschaft und damit der Gesundheitsförderung der Bevölkerung zur ‚Entwicklung einer humanen, demokratischen und gerechten Gesellschaft‘ (Leitbild der Universität) beitragen.“

Mit der Unterschriftenkampagne „Verbesserungen beginnen“ engagieren sich zahlreiche Hamburger dafür, „dass die öffentlichen Etats der Einrichtungen für Soziales, Bildung, Kultur und Gesundheit in Hamburg mindestens stabil gehalten werden einschließlich des vollständigen Ausgleichs von Tarifsteigerungen und Inflation.“ Die bis dahin gesammelten Unterschriften sollen im Rahmen der Demo an die Bürgerschaft übergeben werden.

„Und die Leute werden es schon verstehen, wenn wir ihnen sagen, daß sie in Folge alle Tage Rindfleisch statt Kartoffeln essen sollten, und weniger arbeiten und mehr tanzen werden. Verlassen Sie sich darauf, die Menschen sind keine Esel.“ Heinrich Heine: „Deutschland. Ein Wintermärchen“, Caput I, 1844.

Eine positive Entwicklung zu erstreiten, ist unser aller Angelegenheit.

Demonstration:
„Verbesserungen beginnen mit der Beendigung von Verschlechterungen“
am Dienstag, den 11.12.2012, ab 12 Uhr,
vom Dammtorbahnhof/Dag-Hammarskjöld-Platz (UHH) und Berliner Tor (HAW)
über den Hachmannplatz zum Ballindamm

Unterschriftenlisten: www.verbesserungen-beginnen.de

Beschlüsse des Fakultätsrats der Fakultät EPB zum Umgang mit den Kürzungsvorhaben des Senats und zum Umgang mit der Stellungnahme zur HmbHG-Novelle

17. November 2010 admin 1 Kommentar

Beschluss des Fakultätsrats der Fakultät EPB zum Umgang mit den Kürzungsvorhaben:

Einstimmig beschlossen am 17.11.2010

Der Fakultätsrat fordert das Präsidium auf, den Einstellungsstopp zurückzunehmen.

Der Fakultätsrat spricht sich dafür aus, dass noch nicht beschlossene Kürzungsvorhaben nicht vorauseilend antizipiert werden, sondern die Hochschulmitglieder gemeinsam dafür arbeiten, dass die angekündigten weiteren Kürzungen nicht eintreten und das strukturelle Defizit behoben wird. Insbesondere die Übertragung der Zinszahlung für Studiengebührenstundung an die Uni ist eine Belastung, die über die Jahre kontinuierlich weiter wachsen wird und deshalb nicht akzeptiert werden darf

Der Fakultätsrat schlägt deshalb vor, im Januar einen universitätsweiten Aktionsvormittag gegen die Kürzungspolitik durchzuführen, an dem sich vertieft über die Kürzungspolitik und eine Ausweitung der Proteste verständigt wird.

Der Fakultätsrat ruft die Mitglieder der Fakultät zur Teilnahme an der von der studentischen Vollversammlung beschlossenen Demonstration am 16. Dezember auf. Er fordert die Lehrenden und Studierenden auf, alle Lehrveranstaltungen zum Zeitpunkt der Demonstration auf diese zu verlegen.

Der Fakultätsrat ruft die Fakultätsräte der anderen Fakultäten auf, sich diesem Beschluss anzuschließen.

Beschluss des Fakultätsrats der Fakultät EPB zum Umgang mit der Stellungnahme zur HmbHG-Novelle:

Einstimmig beschlossen am 17.11.2010

Der Fakultätsrat stellt fest, dass die enge Frist für eine Stellungnahme zum Entwurf der Novelle des HmbHG den im Gesetzentwurf selber vorgesehenen Beteiligungs- und Transparenzgrundsätzen widerspricht.

Der Fakultätsrat behält sich daher vor, seine Stellungnahme erst nach seiner Sitzung am 15. Dezember abzugeben und fordert die politisch Verantwortlichen auf, den Zeitplan des Beteiligungsverfahrens so zu ändern, dass allen zur Beteiligung vorgesehenen Akteuren eine demokratische Meinungsbildung möglich ist.

Der Fakultätsrat der Fakultät EPB fordert die anderen Fakultäten auf, sich diesem Beschluss entsprechend ihrer Sitzungsplanung anzuschließen.

Resolution der uniweiten studentischen Vollversammlung vom 11.11.10

11. November 2010 admin 1 Kommentar

Für sozialen Fortschritt und kulturelle Entwicklungsmöglichkeiten für alle statt Konsolidierung der Standortpolitik

Die Haushaltspolitik des aktuellen Hamburger Senats ist Umverteilungspolitik:

  • für das private Tamm-Museum zur Verherrlichung der Kriegsschifffahrt und gegen das Altonaer Museum mit seinem Fischerei-Schwerpunkt,
  • für den Kommerztempel „Elbphilharmonie“ und gegen die allgemeinbildenden öffentlichen Bücherhallen,
  • für einen überteuerten und unzweckmäßigen Repräsentativ-Bau einer „Hafen City University“ und gegen das Studierendenwerk als Grundversorgungsinstitution,
  • für eine satte Millionenabfindung des HSH-Bank-Chefs Nonnenmacher und gegen die Unterkunftskosten von HartzIV-BezieherInnen.

Die Finanzentscheidungen folgen der politischen Maßgabe, dass die Mehrheit der Menschen sozial und kulturell verzichten soll zu Gunsten von Glanz und Gloria für den Standort und sonnige Unternehmensbilanzen.

Die studentische Vollversammlung der Universität Hamburg lehnt diesen Kurs kategorisch ab. Die so betriebene Verschärfung sozialer Widersprüche ist bevölkerungsfeindlich und genau die Politik, die erst kürzlich global in eine Entwicklungskrise führte. Stattdessen ist ein grundlegender Richtungswechsel erforderlich. Die Sozialpolitik muß darauf gerichtet sein, dass Art. 1 des Grundgesetzes „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ materielle Wirklichkeit wird.
Kulturpolitik muß Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für alle schaffen.
Bildungspolitik muß die allgemeine Qualifizierung für die gemeinsame bewusste Gestaltung der Lebensverhältnisse ermöglichen.
Eine neue Steuerpolitik muß für diese Perspektive den vorhandenen gesellschaftlichen Reichtum nutzbar machen.
Wir wollen uns nicht spalten lassen, weder innerhalb der Stadt zwischen den Beteiligten in den unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen noch international zwischen sogenannten Standorten. Emanzipation muß für alle
Menschen gelingen. Aus aktuellem Anlaß senden wir deshalb den protestierenden Studierenden in England unsere solidarischen Grüße für ihren Kampf gegen die Erhöhung und für die Abschaffung der Studiengebühren.

Die Vollversammlung wendet sich in diesem Rahmen nachdrücklich gegen die geplanten Kürzungen im Wissenschaftsbereich. Der Senat beabsichtigt unter anderem die Streichung der Zuschüsse an das Studierendenwerk, die Streichung staatlicher Stipendien für ausländische Studierende, die Streichung der staatlichen Kompensationen von Studiengebührenmindereinnahmen und die Finanzierung der Zinsen und weiteren Bankkosten für die Gebührenstundungen aus den Studiengebühren selbst.
Diese Vorhaben sind unsozial, wirken der Völkerverständigung und einer internationalen Solidarität entgegen und schanzen der Bank Geschäfte auf Kosten der Allgemeinheit zu.
Diesen direkten Griff in die Taschen der Studierenden werden wir bekämpfen und uns stattdessen für die soziale Öffnung der Hochschule und eine inhaltliche Neuorientierung an dem Zweck des Beitrags zu einer humanen
Welt einsetzen.

Die Vollversammlung schließt sich daher dem einstimmigen Beschluss „Bedarfsgerechte öffentliche Hochschulfinanzierung: Im Dienst der Menschen“ des Akademischen Senats vom 9. September 2010 an:

„ […]Im Leitbild der Universität sind als Maßstäbe einer gesellschaftlich notwendigen Entwicklung die Kooperation zwischen den Fächern und die Förderung der Internationalität, die Unabhängigkeit von Forschung und Lehre, die Bildung mündiger Menschen, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Zuwendung der Wissenschaften zu gesellschaftlichen Aufgaben formuliert.

Die Universität will damit einen Beitrag zur zivilen, ökologisch nachhaltigen, sozial verantwortlichen und demokratischen Entwicklung der Gesellschaft leisten. Dafür müssen Bildung und Wissenschaft bedarfsgerecht und öffentlich finanziert werden. Das schließt die Gebührenfreiheit des Studiums ein und eine entsprechende Kompensation der entfallenden Einnahmen durch öffentliche Mittel ein.“

Auf dieser Grundlage beschließt die Vollversammlung:

  • die Durchführung einer Demonstration am 16.12.2010 anlässlich der Haushaltsdebatte in der Bürgerschaft,
  • die Absicht zur Konstituierung eines Bündnisses mit VertreterInnen aus dem Sozial-, Kultur- und Bildungsbereich für die Organisierung von gemeinsam Protesten zu den Haushaltsberatungen im Winter,
  • die Einberufung einer weiteren Vollversammlung für den 24. November zur Zwischenberichterstattung und weiteren Vertiefung der Positionen und Handlungsperspektive,
  • die Einrichtung einer offenen Arbeitsgruppe zur Verwirklichung dieser Vorhaben.

download Beschluss als PDF

download Unterschriftenliste für Einberufung einer weiteren VV am 24.11.2010

Antwort des HHer Senats auf Kleine Anfrage der SPD zum Auslaufen der „alten“ Studiengänge

08. Oktober 2010 admin Keine Kommentare

Interessant für alle Studierenden in den „alten“ Studiengängen (Diplom, Magister, Staatsexamen) – derzeit noch immer über 7.500 der Uni-Studierenden – dürfte die Antwort des Hamburger Senats auf diese Kleine Anfrage des Abgeordneten Philipp-Sebastian Kühn (SPD) zu ihrem „Auslaufen“ vom 19.08.10 sein.

In den Semesterunterlagen, die mit der Rückmeldung zum Wintersemester verschickt wurden, schreibt die Uni-Verwaltung, man möge sich – sofern man in einem Diplom-, Magister- oder Lehramtsstudiengang (Staatsexamen)  eingeschrieben ist – „unbedingt über den für Ihren Studiengang festgelegten Endtermin“ informieren.

Das klingt nach „Alles muss raus“ und soll wohl auch den Eindruck erwecken, für Studierende in den nicht durch Ba/Ma deformierten Studiengängen würde irgendwann endgültig die Klappe fallen.
Das ist jedoch irreführend. Durch die Anfrage der SPD-Bürgerschaftsfraktion an den Senat, erfahren wir Folgendes:

Frage: Bis wann müssen sich diese Studierenden spätenstens zu den Abschlußprüfungen angemeldet haben?
Antwort des Senats: Für die Prüfungsansprüche im Rahmen der auslaufenden Studiengängen besteht keine zeitliche Einschränkung.

Frage: Ist sichergestellt, dass bis dahin die notwendigen Veranstaltungen in dem notwendigen Umfang angeboten werden, damit die betroffenen Studierenden noch alle notwendigen Scheine machen können?
Antwort des Senats: Ja. Die Studierenden nehmen an den äquivalenten Lehrveranstaltungen der Bachelor- und Masterstudiengänge teil.

Frage: Ist sichergestellt, dass die benötigte Prüfungskapazität bei den Lehrenden zur Verfügung steht, um die anstehende Welle der Abschlussprüfungen zu bewältigen?
Antwort des Senats: Ja. Vor dem Hintergrund, dass die Abschlussprüfungen auch noch nach den Auslaufterminen für die einzelnen Studiengänge absolviert werden können und die Studierenden auf verschiedene Fachsemester verteilt sind, ist von einer gleichmäßigen Verteilung der noch ausstehenden Prüfungen auszugehen.

Es gibt von daher keinen Grund, (sich) Druck zum zügigen Studienabschluss (-oder Abbruch) zu machen.

–> Download Kleine Anfrage + Antwort (PDF, 8 MB)

via FSRK-Mailingliste