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Erklärung zur studentischen Aneignung der Präsidiumssitzung

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Am heutigen Donnerstag, den 23. April 2009 haben wir, Studierende der Universität Hamburg, die Sitzung des Präsidiums der Universität Hamburg aufgesucht, weil

– das Präsidium Teil eines antidemokratischen Top-Down-Prinzips ist, welches die teildemokratische Selbstverwaltung der Universität durch ihre Mitglieder weitgehend ersetzt hat,

– die maßgeblichen Instanzen in dieser Hierarchie – Senat und Behörde, Hochschulrat, Präsidium – eine Hochschulpolitik betreiben, die an kurzfristigen Partikularinteressen statt an Entwicklungsperspektiven im Allgemeinwohl ausgerichtet ist,

– insbesondere die präsidiale Entscheidung zur Mittelkürzung in der Erziehungswissenschaft falsch ist, angesichts der Bedeutung kritischer Bildung für Alle und des Bedarfs an entsprechenden qualifizierten PädagogInnen,

– wir mit dieser Aktion einen Prozess beginnen wollen, der die Entscheidungen über die Entwicklung der Bildungs- und Wissenschaftseinrichtung überführt in die demokratische Verfügung durch die Bildungssubjekte selber.

VV + Besetzung des Raum 09 (VMP8)

08. April 2008 admin Keine Kommentare

An der Uni Hamburg wurde am 07.04. im Erdgeschoss des Pädagogischen Instituts (VMP8) ein Raum besetzt um der schon seit längerem bestehenden Forderung nach einem studentisch selbstverwalteten Raum Nachdruck zu verleihen. Es wurde untenstehender Antrag (pdf) an die VV von ca. 40 Anwesenden beschlossen.

Hier ein erster Bericht:

Warum wird der Raum 09 besetzt? Warum soll er zu einem selbstverwalteten Aktionsraum werden?Warum brauchen wir selbstverwaltete studentische Räume?
Wir sind davon überzeugt, dass Bildung mehr ist, als sich in Seminaren über wissenschaftliche Theorien auseinanderzusetzen. Bildung beinhaltet auch, dass wir uns praktisch in demokratischen Strukturen bewegen, die wir selbst beeinflussen und mithilfe derer wir selbstverantwortlich konkrete Projekte realisieren können. Es geht dabei zum Einen darum, Raum zu schaffen für das Entwickeln einer gemeinsamen Position gegen die zunehmende Entdemokratisierung und Kommerzialisierung der Uni. Ein selbstverwalteter Raum ist wesentlich für politische Auseinandersetzung, die sonst im Studium kaum Platz findet. Zum Anderen geht es um die Schaffung eines Rückzugsraums, in dem es möglich ist, sich vom Unialltag zu erholen, sich mit anderen auszutauschen, zu informieren, Kontakte zu knüpfen, zu diskutieren und eine Perspektive jenseits von Vereinzelung und EinzelkämpferInnentum zu verwirklichen.Wir brauchen einen angemessenen selbstverwalteten Raum, so wie es ihn auch an anderen Fachbereichen (siehe z.B die T-Stube im Pferdestall oder das Café Knallhart im Gebäude der Ex-HWP) gibt.

Was bisher geschah…
Das selbstverwaltete Café Paranoia befand sich früher in dem Gebäudeteil in dem heute die Martha-Muchow-Bibliothek zu finden ist und verfügte über einen ca. 100m² großen Raum in dem gemütlich diskutiert, ausgeruht, gelesen und sich unterhalten werden konnte. Nach der Renovierung musste das Paranoia in das PI (VMP8) umziehen und wurde dort vorläufig im 36m² großen R016 eingerichtet. Obwohl seitens des Fachbereiches ein größerer Raum zugesichert worden war, hat sich an dieser „Vorläufigkeit“ bislang nichts geändert. Da dieser Zustand so nicht weiter hinzunehmen ist, haben die FSRe seit anderthalb Jahren mehrere Anträge auf einen weiteren studentisch selbstverwalteten Raum in VMP8 an das Dekanat der Fakultät und die Raumausschüsse gestellt. Wir haben uns dabei im Besonderen um den Raum 09 bemüht, da sich dieser in unmittelbarer Nähe zum Paranoia, zum FSR-Raum und zum Studierendenzentrum befindet. In der Sitzung des Raumausschusses vom 03.04. wurde uns erneut ein „Null-Angebot“ gemacht, das keinerlei Verbindlichkeit beinhaltete.

Was am Montag begann…
Die Vollversammlung der Studierenden im Fachbereich Erziehungswissenschaft hat als Reaktion auf dieses „Null-Angebot“ beschlossen, die Forderung Wirklichkeit werden zu lassen und den Raum 09 besetzt um die Verhandlungen mit mehr Nachdruck fortführen zu können und Entschlossenheit zu demonstrieren. Am Montag fanden mehrere Plenarsitzungen statt, um die seit 14.00 Uhr geführten Verhandlungen mit Dekanat und Geschäftsführung der Fakultät gemeinsam auszuwerten. Wir haben den Raum (vorläufig) umgestaltet indem wir Sofas hineintrugen, Transparente malten und in AGs arbeiteten. Außerdem wurde von Montag auf Dienstag in Raum 09 übernachtet.Die Aktion wurde uterstützt von der Volxküche der Roten Flora, dem Café Paranoia, sowie anderen Fachbereichen, dem Café Knallhart und der T-Stube. Vielen Dank dafür!

Für heute, den 8.4., 12 Uhr, wurde eine weitere Vollversammlung im Raum 009 (VMP8) einberufen um das bisher Erreichte und das weitere Vorgehen zu diskutieren. Bei dieser werden der Dekan Schuck und der Geschäftsführer Eckstein von der Fakultät Erziehungswissenschaft/ Psychologie/ Bewegungswissenschaft anwesend sein. Alle sind herzlich eingeladen!

Besetzt (Raum 09 - Außenansicht) Freiraum 009 (Außenansicht) Im PI-Foyer

Antrag an die Vollversammlung der Studierenden am Fachbereich – 07.04.2008

Die Vollversammlung der Studierenden am Fachbereich Erziehungswissenschaft möge beschließen:

Besetzung des Raums 09 und Umwandlung in einen studentisch selbstverwalteten Raum

Wir lehnen die Angebote des Raumausschuss des Fachbereichs, der am 03.04.2008 getagt hat, ab. Im Ausschuss wurde unser Antrag, in dem wir erneut einen studentisch selbstverwalteten Raum am Fachbereich beantragt hatten, behandelt. Drei Angebote wurden uns unverbindlich unterbreitet:

  1. eventuell einen Raum ohne Fenster im 4.Stock des WiWi-Bunkers (VMP 5) zu nutzen.

  2. einen Raum im Gebäude regelmäßig ab 18:00 Uhr für Veranstaltungen oder AGs zu nutzen.

  3. der Glaskasten im 2.Stock (R213) wird attraktiver gestaltet, aber weiterhin mehrfach genutzt werden (z.B. für Empfänge oder Ausschusssitzungen)

Zu 1.: Das Angebot eines Raumes im Wiwi-Bunker ist unzureichend. Obwohl der von uns beantragte Raum ein Fakultätsraum sein soll und wir die Vernetzung aller Studierender unterstützen, erneuern wir unsere Absicht, im PI (VMP8) einen weiteren studentisch verwalteten einzurichten, da er hier fehlt! Außerdem soll sich der neue Raum im Erdgeschoss, wo die Anbindung an bestehende Strukturen ohne weiteres möglich ist, befinden. Zur Erinnerung: Das studentisch verwaltete Cafe Paranoia hatte ursprünglich eine Größe von 100 m², nach der Renovierung ist die Fläche für das Cafe auf 35 m² reduziert worden.

Zu 2.: Bei dem studentischen Raum geht es nicht nur um die Planung von Veranstaltungen oder Durchführung von AG-Treffen, sondern um einen Raum, der durchgehend für jede/n offen steht um Vorstellungen bezüglich der Nutzung und Gestaltung einzubringen. Es ist bereits Usus, nicht selbstverwaltete Seminar-Räume und Hörsäle für abendliche Veranstaltungen zu reservieren.

Zu 3.: Der Glaskasten im 2. Stock hat den Charakter eines Seminarraums und nach zwei Jahren der Nutzung hat sich gezeigt, dass er aufgrund seiner räumlichen Lage nicht als studentisch selbstverwalteter Raum geeignet ist. Denn er ist zu weit entfernt vom Cafe Paranoia im Erdgeschoss und er soll aus Sicht des Raumausschusses weiterhin nicht ausschließlich in studentische Hand gegeben werden. Zudem bedeutet eine Mehrfachnutzung eine Einschränkung der Gestaltungsmöglichkeiten.

Wir sind davon überzeugt, dass Bildung mehr ist als sich in Seminaren über wissenschaftliche Theorien auseinanderzusetzen. Bildung beinhaltet auch, dass wir uns praktisch in demokratischen Strukturen bewegen, die wir selbst beeinflussen und mithilfe derer wir selbstverantwortlich konkrete Projekte realisieren können. Die Teilhabe und Teilnahme an demokratischen Meinungs- und Willensbildungsprozessen fällt nicht vom Himmel!

Dieser Fachbereich kann ohne einen angemessenen selbsverwalteten studentischen Raum nicht behaupten, demokratische Bildungsprozesse in dem Maße anzuregen wie es sich aus seinem erziehungswissenschaftlichen Selbstverständnis ergibt.

Die aktuellen Umstrukturierungen an den Universitäten, die Umstellung der Studiengänge in Bachelor und Master, führen zu einem massiven Abbau demokratischer Strukturen, wenn die Selbstbestimmung der Studierenden eingeschränkt wird. Ein selbstverwalteter Raum dagegen schafft eine Infrastruktur, um diesen Einschränkungen entgegenzutreten und Möglichkeiten zu artikulieren und umzusetzen. Wir fordern alle Mitglieder des Fachbereichs dazu auf, die momentane Situation mit zu überdenken und sich mit uns solidarisch zu zeigen!

Wir beschließen den Raum vorerst rund um die Uhr zu besetzen, da uns von den zuständigen Gremien keine befriedigende und in näherer Zukunft realisierbare Lösung präsentiert werden konnte!

Uns ist klar, dass dies zu Auseinandersetzungen führen wird. Wichtig ist uns zu betonen, dass diese Auseinandersetzung nicht auf dem Rücken der zuständigen Hausmeister ausgetragen werden soll. Wir werden alle für den Raum vorgesehenen Seminare vorerst auf den Raum 213 (Glaskasten) verweisen.

The Future Is Unwritten…

Aktueller Stand der Raumbesetzung

admin Keine Kommentare

Am heutigen Dienstag wurde dem Raumplenum vom Dekanat der Fakultät ein Lösungsvorschlag unterbreitet, der nach längerer Diskussion angenommen wurde. Anschließend wurde die Vereinbarung verbindlich schriftlich festgehalten und vom Dekanat, einem Vertreter der Fachschaftsräte und dem Café Paranoia unterzeichnet.

Vereinbarung 08.04.08 Hierzu nehmen wir wie folgt Stellung:

Wir begrüßen den am Dienstag Nachmittag gefundenen Kompromiss hinsichtlich unserer Forderung nach einem größeren studentisch selbstverwalteten Raum.

Die uns vertraglich zugesicherte Perspektive, spätestens zum Wintersemester den 95m² großen Kellerraum mit eigenem Zugang unter der Theaterbühne beziehen zu können, bietet vielfältige neue Möglichkeiten, die vor der Besetzung noch nicht zur Diskussion standen.

Angesichts dieses Angebots haben wir akzeptiert, den Raum 09 wieder freizugeben und den Raum 213 als Übergangslösung im Sommersemester 2008 studentisch verwaltet zu nutzen.

Es hat sich gezeigt, dass die Maßnahme, den Raum 09 vorübergehend zu besetzen, sehr dazu beigetragen hat, eine schnelle Lösung in Kooperation mit dem Dekanat der Fakultät herbeizuführen. Durch die gemeinsame solidarische Aktion von mehreren Dutzend Studierenden, sowohl aus der Fakultät als auch darüber hinaus, konnte unsere Verhandlungsposition wesentlich gestärkt und eine Dynamik entwickelt werden, die eine gute und breite Basis für weiteres Engagement bietet. Hier hat sich deutlich gezeigt, dass gemeinsame, basisdemokratische Diskussionen und Entscheidungsfindungsprozesse notwendig sind und erfolgreich praktiziert werden können. Selbstverwaltete Freiräume sind hierfür zwingend notwendig und können gemeinsam errungen werden.

Presseecho:

Studentischer Freiraum im PI + Semestereingangs-VV

31. März 2008 admin Keine Kommentare

VV-Flyer - DownloadLiebe Kommiltonen und Kommilitoninnen,
Hoffentlich habt ihr die vorlesungsfreie Zeit gut überstanden und startet gut in das neue Semester! Es gibt Neuigkeiten in puncto selbstverwalteter studentischer Freiraum im PI. Wir sind unserem Ziel, weitere einladende studentische Aufenthaltsmöglichkeiten am Fachbereich zu schaffen, ein Stück näher gekommen.

Was bisher geschah
Das Café Paranoia befand sich früher in dem Gebäudeteil in dem heute die Martha-Muchow-Bibliothek zu finden ist und verfügte über einen ca. 100m² großen Raum in dem gemütlich diskutiert, ausgeruht, gelesen und sich unterhalten werden konnte. Nach der Renovierung musste das Paranoia in das PI (VMP8) umziehen und wurde dort vorläufig in seinen jetzigen Räumlichkeiten im Erdgeschoss eingerichtet. Obwohl ein größerer Raum zugesichert worden war, hat sich an dieser „Vorläufigkeit“ nichts geändert. Das Paranoia ist nach wie vor in einem nicht einmal 40 m² großen Raum untergebracht, dessen Größe in keinem Verhältnis zur Anzahl der Studierenden am Fachbereich steht.
Da dieser Zustand so nicht weiter hinzunehmen ist, haben die FSRe seit Mitte 2007 mehrere Anträge auf einen weiteren studentisch selbstverwalteten Raum in VMP8 an das Dekanat des Fachbereichs und die Raumausschüsse gestellt. Wir haben uns dabei im Besonderen um den Raum 09 bemüht, da sich dieser in unmittelbarer Nähe zum Paranoia, zum FSR-Raum und zum Studierendenzentrum befindet. Die Anträge wurden bisher jedoch nicht abschließend bearbeitet. (Sie können hier nachgelesen werden:

Der letzte Antrag wurde von uns am 27.02.08 in den Raumausschuss des Fachbereichs eingebracht und von den anderen Fachschaftsräten der Fakultät – FSR Sport, FSR Sonderpädagogik und FSR Psychologie – mit unterstützt. Am Donnerstag, dem 03.04.08, findet die nächste Sitzung des Raumausschusses statt, auf der (hoffentlich) abschließend über den Antrag entschieden wird.

Wie geht‘s weiter?
Wir sind davon überzeugt, dass Bildung mehr ist als sich in Seminaren über wissenschaftliche Theorien auseinanderzusetzen. Bildung beinhaltet auch, dass wir uns praktisch in demokratischen Strukturen bewegen, die wir selbst beeinflussen und mithilfe derer wir selbstverantwortlich konkrete Projekte realisieren können. Die Teilhabe und Teilnahme an demokratischen Meinungs- und Willensbildungsprozessen fällt nicht vom Himmel! Konkret heißt das: Wir brauchen einen angemessenen selbstverwalteten Raum, so wie es ihn auch an anderen Fachbereichen (siehe z.B die T-Stube im Pferdestall oder das Café Knallhart im Gebäude der Ex-HWP) gibt.
Die Erfahrung mit den Gremien der Universität lässt uns jedoch vermuten, dass das Angebot, das uns am 03.04.08 gemacht werden wird, nicht dem entspricht, was aus unserer Sicht geboten ist. Daher möchten wir gemeinsam am Montag, dem 07.04. um 12:00 Uhr auf einer Vollversammlung aller studentischen Mitglieder des Fachbereichs das Angebot des Ausschusses bewerten und über notwendige Konsequenzen beraten.
Um das deutlich zu machen: Auch eine Raumbesetzung ist eine Handlungsoption!

Kommt zur studentischen Vollversammlung am Montag, dem 07.04. um 12:00 in Raum 09!