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Der „Sudoku-Effekt“ Hochschulen im Teufelskreis der Bürokratie – Diskussion mit Stefan Kühl

30. April 2012 admin 2 Kommentare

Die AG Studienreform im Ausschuss für Studium, Lehre und Studienreform an der Fakultät EPB lädt am 8.Mai zu einer Diskussion mit Prof. Stefan Kühl zum Thema „Der ‚Sudoku-Effekt‘ – Hochschulen im Teufelskreis der Bürokratie“ ein.
Die Veranstaltung findet in der Zeit von 16 – 19 Uhr in Raum 05 (VMP8) statt.

Hier der Einladungstext:

Diskussion und Arbeitsgespräch – Der „Sudoku-Effekt“ Hochschulen im Teufelskreis der Bürokratie.
Wo liegen die Ursachen der wachsenden Bürokratisierung an den Hochschulen? Wie ist die Verschulung der Bachelor- und Masterstudiengänge zu erklären?
Stefan Kühl vertritt die These, dass dafür nicht die Steuerungsphantasien von Hochschulleitungen oder handwerkliches Ungeschick bei der Konzeption der Studiengänge verantwortlich sind, sondern dass es sich hierbei um die ungewollte Nebenfolge einer scheinbar kleinen Veränderung in der Organisation des Studiums handelt: der Einführung der Leistungspunkte als einer neuen Verrechnungseinheit an den Universitäten.
Durch den Zwang, jede einzelne Arbeitsstunde der Studierenden in dieser Zeiteinheit vorauszuplanen, entsteht ein „Sudoku-Effekt“ – die Notwendigkeit, die in Leistungspunkten ausgedrückten Veranstaltungen, Prüfungen und Module so miteinander zu kombinieren, dass das Studium punktemäßig „aufgeht“.
Eine selbst von Computern kaum noch zu beherrschende Komplexität und eine Inflation von Prüfungen zählen ebenso zu den Folgen wie eine permanente weitere Verfeinerung des Regelwerks, das auf seine eigenen Unzulänglichkeiten zu reagieren sucht.

16:00 – 17:30 Uhr Vortrag von Stefan Kühl und Diskussion: „Der Sudoku-Effekt – Hochschulen im Teufelskreis der Bürokratie“
17:30 – 17:45 Uhr Pause
17:45 – 19:00 Uhr Offenes Arbeitsgespräch mit Mitgliedern der Universität: „Der Sudoku-Effekt der Bologna-Reform und mögliche Wege zu seiner Minimierung“

Über den Referenten:
Stefan Kühl ist Professor für Soziologie an der Universität Bielefeld und arbeitet als Organisationsberater für Unternehmen, Verwaltungen, Ministerien und staatliche Entwicklungshilfeorganisationen. Im Februar 2012 ist von ihm im transcript-Verlag „Der Sudoku-Effekt – Hochschulen im Teufelskreis der Bürokratie. Eine Streitschrift“ erschienen.

Ein kurzer Bericht und Videomitschnitte vom Dies Academicus am 17.04.

19. April 2012 admin Keine Kommentare

http://www.uni-hamburg.de/UHH/DiesAcademicus2012/120417_DiesAcademicus_AbschlussEvent_086c5.jpg[Video-Mitschnitte aktualisiert, 25.04.2012] Am 17.04.2012 hat der uniweite Dies Academicus zum Thema „Bologna 2.0 – Wie wollen wir in Hamburg studieren?“ stattgefunden. Bemerkenswert ist, dass dies seit Beginn des Bologna-Prozesses an der Uni Hamburg der erste Dies Academicus war, auf dem sich mit der Frage der Studienreform beschäftigt wurde.

Die Veranstaltung wurde mit drei Referaten eröffnet: Der Uni-Präsident Dieter Lenzen sprach in seinem Referat zur Frage der „akademischen Freiheit“  und stellte die acht Workshops vor. (zum Skript seiner Rede)

Die Universität als Ort der kritischen Bildung – Ein Abgesang auf das Hohelied des Standorts

18. April 2012 admin Keine Kommentare

Rede zum Dies Academicus „Bologna 2.0 – Wie wollen wir in Hamburg studieren?“ an der Universität Hamburg am 17.04.2012 von Sinah Mielich (Fachschaftsrat Erziehungswissenschaft, Uni Hamburg)

Einleitung
„Die Universität sind wir, hier und jetzt. Denn es gibt keine Universität ohne eine Verantwortung, hier und jetzt, in Bezug auf das, was kommt. Und wenn wir hier sind, dann weil wir uns, wie mir scheint, Sorgen darüber machen, was heute mit der Universität geschieht, um ihre Zukunft und ihre Verantwortung in Bezug auf das, was kommt.“[1]

So hat Plinio Prado vor zwei Jahren sein Referat auf der Konferenz „Schöne neue Bildung?“ an der Fakultät EPB begonnen. Ich unterstelle uns, euch, Ihnen, dass dies auch auf uns am heutigen Tag zutrifft.
Die Universität als demokratisch verfasste Institution mit gesellschaftlicher Verantwortung und dem Anspruch, Ort der Kritik und des öffentlichen Gebrauchs der Vernunft zu sein, steht aktuell vor einer Vielzahl von Schwierigkeiten.

Uniweiter Dies Academicus am 17.04.2012

16. April 2012 admin Keine Kommentare

Am 17.04.2012 findet ein uniweiter Dies Academicus zu der Frage „Wie wollen wir in Hamburg studieren?“ statt. Informationen dazu sind auf der Homepage der Uni zu finden.

Im Folgenden unser Aufruf zum Dies Academicus:

„Welchen Anspruch haben wir an die Studienreform?“

Nach der Konferenz „Schöne neue Bildung?“ an der Fakultät EPB im Sommersemester 2010, dem „Kampf um die Zukunft“ der gesamten Universität im Sommersemester 2011, unzähligen Auseinandersetzungen in diversen Ausschüssen und Gremien sowie der Arbeit in den Fachschaftsräten findet nun seit mehreren Jahren das erste Mal eine gemeinsame Konferenz aller Fakultäten statt, auf der die grundsätzliche Frage „Wie wollen wir in Hamburg studieren?“ von Studierenden und Lehrenden
– von allen Mitgliedern der Universität – erörtert werden soll, um die Studienreform selbst in die Hand zu nehmen.

„Forschung und Lehre sollen zum gestaltenden Eingreifen in die Gesellschaft ermutigen und einer global menschenwürdigen
Zivilisation dienen. […] Ein Erfolg des bisherigen „Kampfes um die Zukunft“ ist die Herausbildung einer neuen Kultur der Solidarität.“

Diese Positionierung des Akademischen Senats (aus der Stellungnahme zur „Hochschulvereinbarung“ vom 19.01.2012) zeigt, dass wir eine neue Qualität der Auseinandersetzungen erreicht haben. Es scheint möglich, das „Klein-Klein“ und Herumgedoktere der letzten Jahre zu überwinden und gesamtuniversitär eine Position zu bilden um herauszufinden, wie Studienreform sein muss, damit die Wissenschaften sich sinnvoll und produktiv auf die Gesellschaft beziehen können.

Dafür muss auch zwischen den Fächern einiges geklärt werden, so z.B. wie die Wirtschaftswissenschaften stärker allgemeinwohlorientiert werden und wie die Psychologie den Menschen wieder sozial in den Blick nimmt.

Die Konferenz, als Dies Academicus organisiert, soll einen Raum dafür schaffen, den grundsätzlichen Anspruch an Bildung und Wissenschaft, „zur Entwicklung einer humanen, demokratischen und gerechten Gesellschaft“ beizutragen (Zitat aus dem Leitbild der Uni) zu diskutieren. Zugleich soll es darum gehen, Ableitungen für notwendige konkrete Änderungen zu diskutieren (z.B. in einem ersten Schritt Masterplätze für alle zu ermöglichen, die Modulfristen uniweit abzuschaffen etc.) und sich – wenn möglich – gemeinsam zu positionieren.

Den Verhandlungen mit dem politischen Senat und Co. sollen das Ergebnispapier als Leitlinie und als Argumentationshilfe dienen.

Der Dies Academicus besteht aus drei Teilen: einem Aufschlag bestehend aus drei Inputs, in denen die unterschiedlicher Reichweiten der Reform erörtert werden, einer Arbeitsgruppenphase, in der es wesentlich um Änderungsvorschläge geht und einem Abschluss zur Erarbeitung einer gemeinsamen Erklärung.

Lasst uns diese Gelegenheit nicht verstreichen und die Ausrichtung der Universität gemeinsam bestimmen.

Dies Academicus
Dienstag, 17.04.2012
Edmund-Siemers-Allee 1
(Hauptgebäude)/ Hörsaal A
Beginn: 09:00 Uhr

Arbeitsgruppen zu den Themen: Wege in die Universität Hamburg, Studienorganisation, Berufsorientierung, Lehr-, Lernformen und  Hochschuldidaktik, Studienstruktur, Modularisierung, Prüfungswesen, Generelle Auseinandersetzung mit dem Bolognaprozess – Forderungen an die Politik.

Einladung zum Strategietag am 1.2.: Wie weiter mit der Erziehungswissenschaft?

26. Januar 2012 admin Keine Kommentare

Strategietag Erziehungswissenschaft – Mittwoch, den 1. Februar 2012 – 14 – 18 Uhr, Raum 424

Im letzten Semester hat die ganze Universität gegen die Kürzungspläne des Hamburger Senats gekämpft. Insbesondere unser Fachbereich ist nicht erst seit dem STEP 2012 (Struktur- und Entwicklungsplan) massiv unterfinanziert. Dieser ist unter der ungeliebten ehemaligen Universitätspräsidentin verabschiedet worden. Die Präsidentin ist gegangen worden, der STEP leider nicht, d. h. die Kürzungen sind immer noch und wieder eine Bedrohung. Mit ihnen ist in den letzten Jahren unterschiedlich umgegangen worden.

Unser neues Dekanat hat, in Abstimmung mit dem neuen Präsidenten und nach Diskussion im Fakultätsrat, eine externe GutachterInnenkommission beauftragt, den Bereich Erziehungswissenschaft dahingehend zu evaluieren, welche Entwicklungsperspektiven empfehlenswert sind. Der konkrete Auftrag an die Kommission lautete, drei Szenarien zu entwickeln:

„1. Die Skizzierung einer sinnvollen Personalstruktur in den Grenzen des aktuellen Budgets einschließlich der Konsequenzen für die Leistungsfähigkeit des Faches in Forschung und Lehre;“
„2. Die Skizzierung einer angemessenen Personalstruktur und Ausstattung, durch die die Leistungsfähigkeit in Lehre und Forschung auf dem aktuellen Stand erhalten bleibt;“ und
„3. Die Skizzierung einer wünschenswerten Personalstruktur und Ausstattung zur Erreichung von exzellenter Leistungsfähigkeit in Lehre und Forschung. “

Seitens des Dekanats bestand die Hoffnung, auf diese Weise dokumentieren zu können, dass unter den gegebenen finanziellen Bedingungen eine sinnvolle Personalstruktur unmöglich und eine bessere Ausstattung unabdingbar ist. Die Expertenkommission hat diesen Auftrag nicht erfüllt. Das von ihnen erstellte Gutachten besteht nur in der Entwicklung des Szenario 1, das da war, eine Mindeststellenbesetzung – unter gegebenen Bedingungen – zu erstellen. Nicht einmal treffen sie auftragsgemäß eine Aussage über die Konsequenzen für Forschung und Lehre. In der letzten Fakultätsratssitzung waren sich alle Mitglieder einig, dass das Gutachten keine Minimalbesetzung darlegt, sondern ein Katastrophenszenario (d. h. so gehts gar nicht ).

Das deutliche Übergewicht des Lehramts in der Besetzung der Kommission, die aus einer Mathematikdidaktikerin, einem Schulpädagogen und einem Erwachsenenbildner besteht, hat enorme Auswirkungen auf das Gutachten. Die grundständigen Studiengänge kommen kaum vor, werden gerade mal in einem Satz genannt. Das Hamburger Modell der Integration der Fachdidaktiken in die Erziehungswissenschaft scheint nicht vollständig verstanden worden zu sein. Zudem enthält sich die Kommission jeglicher inhaltlicher Begründung für den Vorschlag, bestimmte Stellen zu streichen, andere aber bestehen zu lassen (die ProfessorInnenstellen sollen von derzeit 66 auf künftig 34 reduziert werden). Einzig postuliert wird, auf diese Weise „Wettbewerbsfähigkeit“ herzustellen. Weder jedoch definiert oder begründet die Kommission ihr Verständnis von „Wettbewerbsfähigkeit“, noch war diese hohle marktgläubige Phrase formuliertes Kriterium im Kommissionsauftrag.

Erfreulicherweise trifft dieses Gutachten auf keinerlei Zustimmung in unserem Fachbereich. Gerade deshalb müssen wir als Betroffene gemeinsam überlegen, wie wir mit diesem Ergebnis und der bisher fortdauernden Unterfinanzierung umgehen wollen. Der Fakultätsrat lädt daher alle Statusgruppen unseres Fachbereichs zu einem Strategietag am 01. Februar 2012, von 14 bis 18 Uhr in Raum 424 ein. Alle Lehrenden sind freigestellt ihre Veranstaltungen zugunsten der Teilnahme am Strategietag ausfallen zu lassen. Allen Studierenden, die ihre Veranstaltungen zugunsten einer Teilnahme am Strategietag nicht besuchen, entsteht kein Nachteil. Das Dekanat bietet Studierenden, die in dieser Zeit Prüfungen haben, auf Antrag eine Verschiebung dieser Prüfungen an. Sogar möglicherweise in dieser Zeit stattfindende Prüfungen können verschoben werden. Nähere Informationen dazu findet ihr in der Nachricht zum Strategietag in Stine.

Das Gutachten ist hier einzusehen.

Wie weiter mit dem Fach Erziehungswissenschaft an der Uni Hamburg?

16. Januar 2012 admin Keine Kommentare

Der Fakultät EPB wurden bekanntermaßen in den letzten Jahren mehrfach massiv Mittel gestrichen (z.B. 2008), so dass bspw. eine Vielzahl von Stellen nicht neu besetzt werden konnten und die finanzielle Deckung der verbliebenen Stellen trotzdem nicht gesichert ist.

Derzeit beginnen die Verhandlungen für den Struktur- und Entwicklungsplan 2013 in dem u.a. die Verteilung der Finanzen innerhalb der Universität geregelt werden. Um mit „guten Argumenten“ in die Verhandlungen um den folgenden Struktur- und Entwicklungsplan zu gehen, hat das Dekanat der Fakultät Ende 2010 beschlossen, ein externes Strukturgutachten zur Evaluation der erziehungswissenschaftlichen Fachbereiche in Auftrag geben zu wollen. Der Fakultätsrat stimmte diesem Plan am 19.01.2011 mit 11:0:2 zu.

Ziel der Begutachtung sollte u.a. die Entwicklung von „Szenarien für eine zukunftsfähige Personalstrukur in den Jahren 2013 ff.“ sein. Erstellt wurde es im Laufe des vergangenen Jahres von Dr. Rudolf Tippelt (LMU München), Dr. Ewald Terhart (WWU Münster) und Dr. Kristina Reiss (TU München). Das 12-seitige Ergebnispapier liegt nun vor und steht hier zum Download zur Verfügung: Strukturgutachten (19.12.2011).

Sollte es nicht zu einer Erhöhung der Mittel, sondern zu einer 1:1-Umsetzung der Empfehlung im Gutachten kommen, würde das einen erneuten drastischen Einschnitt in das Fach und die Stellenstruktur bedeuten.

Dies Academicus am 01.02.

U.a. um zu diskutieren, wie mit dem Strukturgutachten und der darin entworfenen Stellenstruktur umgegangen werden soll, wird am 1.Februar ein Dies Academicus an der Fakultät stattfinden, an dem sich alle Mitglieder der Fakultät beteiligen können. Sobald es weitere Informationen dazu gibt, werden wir sie hier veröffentlichen.

15.12.2011 – 14-16 Uhr – Studentische VV der Erziehungswissenschaft + Wahl der FSRe

12. Dezember 2011 admin Keine Kommentare

Am 15.12. findet von 14 – 16 Uhr im Anna-Siemsen-Hörsaal eine Vollversammlung der Studierenden der Erziehungswissenschaft statt.

Es wird 1. um den aktuellen Stand der Studienreform gehen und 2. um die Wahlen zu den Fachschaftsräten für Lehrämter der allgemeinbildenden Schulen und der grundständigen Erziehungswissenschafts-Studiengänge.

Hier das Programm der Liste „Für politisch engagierte und kritisch informierende Fachschaftsräte“:

Einleitung

Unser Anspruch ist die Universität als ein Ort, an dem den Studierenden eine eigenständige Gestaltung ihres Studiums möglich ist. Es muss Bedingungen geben für kritische Wissenschaften, die bewusst ihre gesellschaftliche Verantwor­tung für eine Humanisierung der Lebensbedingungen Aller wahrnehmen. Dazu müssen auch Entscheidungen demokratisch und nicht von oben herab, wie in ei­nem Konzern, getroffen werden.

Die Proteste des vergangenen Semesters im Rahmen des „Kampfs um die Zukunft“ haben eine solche emanzipatorische Perspektive gegen die politisch do­minante Linie der Verwertungsorientierung der vergangenen Jahre wieder in den Vordergrund gerückt. Die Studiengebühren werden abgeschafft, das restriktive und selektive Bachelor-/Master-System wird erheblich reformiert, die Redemokrati­sierung ist im Gange. Ob es lediglich bei Korrekturen bleibt oder aber die Rückeroberung der Universität als erfreulicher Lebens- und Bildungsort gelingt, hängt erheblich von weiterem studentischem Engagement ab.

An Fortführung und Ausbau einer solidarischen studentischen Bewegung für Verbesserungen möchten wir in den kommenden Semestern weiter arbeiten und geben uns dafür das folgende Programm:

Studienreformtag Bachelor/Master von FSRen und AStA der Uni Hamburg am 10.12.

01. Dezember 2011 admin Keine Kommentare

Am Samstag, d. 10.12. findet in VMP8 ein von Vertretern und Vertreterinnen des AStA und der Fachschaftsräte organisierter Konferenztag zum Thema „Bachelor/Master-Studiensystem“ statt, zu dem wir herzlich einladen. Die Veranstaltung beginnt um 11:00 Uhr.

Hier die Einladung:

Im „Kampf um die Zu­kunft“ sind die An­sprü­che an Stu­di­um, Bil­dung und Wis­sen­schaft ge­mein­sam am­bi­tio­nier­ter ge­fasst. Die Uni­ver­si­tät Ham­burg will zu ei­ner zi­vi­len, öko­lo­gisch nach­hal­ti­gen, so­zi­al ver­ant­wort­li­chen und de­mo­kra­ti­schen Ent­wick­lung der Ge­sell­schaft bei­tra­gen. Des­halb will sie nicht nur Be­ste­hen­des re­pro­du­zie­ren, son­dern Per­spek­ti­ven zum Ein­grei­fen in ge­sell­schaft­li­che Ent­wick­lung er­öff­nen. (An­ge­lehnt an [1])

Die Bo­lo­gna-Re­form und die Ba­che­lor/Mas­ter-Stu­di­en­gän­ge sind vor die­sem Hin­ter­grund in der Uni­ver­si­tät und ge­sell­schaft­lich im­mer stär­ker in der Kri­tik. Ei­ne grund­le­gen­de Re­form der „Re­form“ ist drin­gend er­for­der­lich.

Zu er­wäh­nen ist, dass stu­den­ti­scher­seits be­reits durch­ge­setzt wur­de, dass die An­we­sen­heits­pflicht für Vor­le­sun­gen in der ge­sam­ten Uni­ver­si­tät fällt, und ak­tu­ell gibt es in­ten­si­ve Be­mü­hun­gen in den Fa­kul­tä­ten EPB und MIN, sämt­li­che Fris­ten und ver­pflich­ten­de Prü­fungs­ter­mi­ne ab­zu­schaf­fen und die Zahl der Prü­fun­gen er­heb­lich zu sen­ken. Und die EPB-­Fa­kul­tät kämpft für die ge­mein­sa­me Zu­las­sung zu Ba­che­lor und Mas­ter. Doch es hakt. Um Nach­druck in die Aus­ein­an­der­set­zung um für Al­le ver­nünf­ti­ge Stu­di­en- und Wis­sen­schafts­be­din­gun­gen zu brin­gen, wol­len wir im Rah­men ei­nes Stu­di­en­re­form­tags dis­ku­tie­ren, was die Ge­schich­te und die Prä­mis­sen der Bo­lo­gna-Re­form sind, wel­ches Wis­sen­schafts­ver­ständ­nis da­mit ver­bun­den ist und wel­che An­sprü­che wir dem ent­ge­gen­set­zen. Vor die­sem Hin­ter­grund wol­len wir die der­zei­ti­ge Ba­che­l­or­pra­xis an der Uni Ham­burg kri­tisch re­flek­tie­ren, um zu ent­wi­ckeln, wel­che Än­de­run­gen wir wie vor­an­trei­ben wol­len.

Vor­ge­schla­ge­ner Ter­min­plan:

11:00 Uhr Dis­kus­si­on: „Her­kunft und Be­wer­tung von Ba­che­lor/Mas­ter und un­ser An­spruch an Stu­di­um und Wis­sen­schaft“
13:00 Uhr Mit­tags­pau­se (für Ver­pfle­gung ist ge­sorgt)
14:00 Uhr Ar­beits­grup­pen
16:00 Uhr Kaf­fee­pau­se
16:30 Uhr Ab­schluss­ple­num: Zu­sam­men­fas­sung und Aus­blick

Als The­men für die Ar­beits­grup­pen sind bis jetzt die Fol­gen­den vor­ge­se­hen:

– Fris­ten, Re­gel­stu­di­en­zei­ten, Mo­du­la­ri­sie­rung
– Mo­bi­li­tät und In­ter­na­tio­na­li­sie­rung
– Prü­fun­gen: Stu­di­en­be­glei­ten­de Prü­fun­gen, Prü­fungs­dich­te, Wie­der­ho­lungs­re­ge­lun­gen, Bie­le­fel­der Mo­dell, An­we­sen­heits­pflicht
– Über­gang vom Ba­che­lor in den Mas­ter
– Mo­du­la­ri­sie­rung, in­halt­li­che Nor­mie­rung, ABK, Bei­spiel Lü­ne­burg: Stu­di­um Ge­ne­ra­le

Soll­ten Euch noch wei­te­re Ide­en für Ar­beits­grup­pen kom­men oder Ihr Lust habt, euch an der Vor­be­rei­tung ei­ner der schon ge­ge­be­nen zu be­tei­li­gen, seid Ihr herz­lich ein­ge­la­den Euch ein­zu­brin­gen.

Auf den Stu­di­en­re­form­tag soll ei­ne Po­di­ums­dis­kus­si­on fol­gen, in der wir die Er­geb­nis­se un­se­rer Ta­gung mit ei­nem Ver­tre­ter des Cen­trum für Hoch­schul­ent­wick­lung (CHE), Ver­tre­ter vom GEW und stu­den­ti­schen Ver­tre­ter*in­nen dis­ku­tie­ren. Der Stu­di­en­re­form­tag soll au­ßer­dem ei­ne grö­ße­re Stu­di­en­re­form­kon­fe­renz der Uni vor­be­rei­ten.

Wir freu­en uns über Rück­mel­dung.
Eu­re FSRe und Eu­er AStA

An­hän­ge:

[1] Stel­lung­nah­me des Aka­de­mi­schen Se­nats vom 08.09.2011, pdf

[2] Bo­lo­gna-Er­klä­rung, pdf

[3] Be­schluss des Aka­de­mi­schen Se­nats vom 12. Mai 2011: „An­for­de­run­gen der Uni­ver­si­tät an den neu­en Se­nat“, pdf

[4] Web­sei­te der BA-Kon­fe­renz: „Schö­ne neue Bil­dung“, html

[5] In­for­ma­ti­ons­bro­schü­re der Fach­schafts­rä­te­kon­fe­renz, Som­mer­se­mes­ter 2011 html, pdf

[6] Be­schluß des Fa­kul­täts­ra­tes EPB vom 16.11.2011, html

Mitschnitt der Diskussion „Schuldenbremse – Gebot oder Verbot der Vernunft?“ (29.10.2011)

16. November 2011 admin Keine Kommentare

Am 29.10.2011 diskutierten auf Einladung der Fachschaftsrätekonferenz Prof. Dr. Karl-Werner Hansmann und Dr. Rainer Volkmann im Hauptgebäude der Uni zum Thema „Schuldenbremse – Gebot oder Verbot der Vernunft?“.

Karl-Werner Hansmann ist emeritierter Professor für Industriebetriebslehre, war Vize-Präsident der Uni Hamburg und kommentiert erhellend ökonomische Entwicklungen und Zusammenhänge im Hamburger Abendblatt. Rainer Volkmann ist Wissenschaftler am Department für Wirtschaft und Politik der Uni Hamburg (ehm. HWP) und Mitglied in der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, die jährlich das kritische „Memorandum“ zur wirtschaftlichen Entwicklung herausgibt.

Hier der Video-Mitschnitt der Veranstaltung zum Download: Download

„Schuldenbremse“ – Gebot oder Verbot der Vernunft?

„Man wagt uns zu sagen, der Staat könne die Kosten dieser sozialen Errungenschaften nicht mehr tragen. Aber wie kann heute das Geld fehlen, da doch die Produktion seit der Befreiung beträchtlich gewachsen ist, während Europa damals in Trümmern lag? Das ist nur möglich, weil die von der Résistance bekämpfte Macht des Geldes niemals so groß, so anmaßend und egoistisch war wie heute und bis in die höchsten Ränge des Staates hinein über eigene Diener verfügt.“
Stéphane Hessel, „Empört Euch!“, nach: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Januar 2011.

In Jahrzehnten der rücksichtslosen Gewinnsteigerung wurde die soziale Ungleichheit gesellschaftlich erheblich verschärft. Die öffentlichen Kassen sind überstrapaziert. Die meisten Menschen sind es ebenfalls.
Für eine Erholung der Gesellschaft scheint eine Abkehr von der ewigen „Haushaltskonsolidierung“ erforderlich. Sie müßte der erweiterten Wiederherstellung sozialer Errungenschaften dienen. Aber der Hamburger Senat hat statt dessen jede Ausgabensteigerung für Bildung, Wissenschaft, Soziales und Kultur auf jährlich 0,88 Prozent des vorherigen Haushaltes begrenzt. Weil diese „Steigerung“ unterhalb der durchschnittlichen Preissteigerungsrate liegt, wird in allen Bereichen weiterhin real gekürzt.
Dies geschieht mit Verweis auf die „Schuldenbremse“. Sie ist seit 2009 im Grundgesetz verankert und besagt, daß der Bund ab 2016 nur noch maximal 0,35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) an strukturellen Schulden aufnehmen darf. Für die Bundesländer gilt ab dem Jahr 2020 sogar ein Schulden-Verbot.
Dies diene dem Abbau der Staatsschulden. Die Befürworter der Schuldenbremse argumentieren, daß die Staatsschulden eine horrende Belastung künftiger Generationen seien. Ihnen wird entgegnet, daß diesen Schulden auch Vermögen der Allgemeinheit gegenüber stehe. Investitionssenkungen bei Bildung, Sozialem und Kultur seien die eigentliche Belastung der Bevölkerung – und zwar in Gegenwart und Zukunft.

Was ist nun aber wahr?
Gefährden die Staatsschulden eine humane gesellschaftliche Entwicklung?
Oder steht gerade das Schuldenverbot dem Allgemeinwohl entgegen?
Kann die Universität ihre gesellschaftlichen Verbesserungsaufgaben trotz Schuldenbremse hinreichend erfüllen?
Gibt es sinnvolle Alternativen zur Schuldenbremse bzw. zu ihrer aktuellen Ausgestaltung?

Wir laden alle ein, diese und weitere Fragen zu diesem Thema zu diskutieren!

–> Flugblatt: html, pdf

Herzlich Willkommen an der Uni Hamburg

12. Oktober 2011 admin Keine Kommentare

Die Fachschaftsräte Erziehungswissenschaft heißen alle Studienanfänger und -anfängerinnen herzlich an der Uni Hamburg willkommen.
Der Einstieg in das Studium ist mit viel Planung und Orientierung verbunden. Dabei wird Euch die Orientierungseinheit sicherlich eine Hilfe sein.
Ihr habt euch eine sehr gute Zeit ausgesucht, um an die Uni zu kommen. Es sind Zeiten des Umbruchs und Aufbruchs. Gegen 40 Jahre Unterfinanzierung der Hochschulen in Hamburg haben im vergangenen Semester gemeinsame Proteste von Studierenden, ProfessorInnen und wissenschaftlichern Mitarbeitern sowie dem Technischen, Verwaltungs- und Bibliothekspersonal begonnen, die auch in diesem Semester fortgesetzt werden.
Die Abschaffung der Studiengebühren ist für das Jahr 2012 angekündigt. Das Bachelor- und Masterstudium – in der Erziehungswissenschaft seit 2006 installiert – ist wegen der engen Regulierungen scharf in der Kritik. Verbesserungen für mehr studentischen Gestaltungsspielraum und weniger Druck im Studium sind in der Diskussion und werden die kommenden Semester umgesetzt werden müssen. Je mehr sich dafür einsetzen umso schneller kann dies gelingen.
Noch für dieses Jahr hat die Regierung in Hamburg eine Vorlage für ein neues Hochschulgesetzt angekündigt, in der erhebliche Ausweitung der demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten enthalten sein sollen.
All diese positiven Entwicklungen gehen nicht zuletzt auf studentisches Engagement zurück. Um zu befördern, dass auch Ihr Teil dieses erfreulichen Aufbruchs werdet, findet ihr hier einen Artikel, der aufzeigt, dass das Bachelor-Studium keineswegs innerhalb der Regelstudienzeit von sechs Semestern studiert werden muss:

MUSS ich den Bachelor denn wirklich in 6 Semestern schaffen?

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